Silvester

Woher kommt eigentlich der Brauch an Silvester ein Feuerwerk zu zünden? Ursprünglich ging es weniger um das Farbenspiel, als um den Lärm. Dieser sollte – und soll es wohl auch noch heute – die “bösen Geister” vertreiben und die Vorfreude auf das neue Jahr ausdrücken. Wir laden euch ein, auf eine Reise um den Globus um die Bräuche aus aller Welt kennen zu lernen.

In Italien, Mexiko und Chile heißt es, dass man über den Jahreswechsel rote Unterwäsche tragen soll, um im neuen Jahr Glück zu haben. Es ist üblich, Freunden oder Familienmitgliedern Unterwäsche in dieser Farbe zu schenken. Zu Silvester soll man, so heißt es in Italien und Russland, Linsen essen, um Glück im neuen Jahr zu haben. In Tschechien heißt es, dass Linsen für Reichtum sorgen. Bei Fleisch ist Vorsicht geboten: Angeblich “fliegt das Glück davon”, wenn man am 31. Dezember Geflügel isst. Außerdem ist es in Teilen Italiens Brauch alte Dinge aus dem Fenster zu werfen, damit für neues Platz gemacht wird. Nicht selten werden Teller und Tassen auf den Boden geschmissen oder gar aus den Fenstern.

In Spanien, Portugal und Argentinien wird zu jedem Glockenschlag um Mitternacht eine Weintraube gegessen. Währenddessen darf man sich auch etwas wünschen. Wenn die Kirchenglocken zum zwölften Mal läuten, muss auch die letzte Traube hinunter geschluckt sein. Ansonsten erwartet einen ein nicht so glückliches neues Jahr. Dann wird angestoßen. Idealerweise mit einem goldenen Ring im Glas, der das Glück fürs neue Jahr verstärken soll.

Geld bringt für die Griechen Glück. Deshalb wird in Griechenland für Silvester ein Basiliusbrot, das durch Gewürze, wie Anis und Vanille sowie Mandeln und Orangen sehr schmackhaft ist, gebacken, in dem sich Münzen befinden. Wer auf eine Münze stößt, dem verspricht das nach dem heiligen Basilius benannten Brot im kommenden Jahr besonders viel Glück.

Im britischen Königsreich ist es an Silvester Tradition, kleine dreieckige Törtchen zu backen, die mit Hackfleisch gefüllt sind – die sogenannten „Silvesterpies“. Um Mitternacht werden diese kleinen Fleischtörtchen an Freunde und Nachbarn verschenkt.
Gastfreundschaft wird auch am Neujahrstag groß geschrieben: Dann nämlich statten sich die Nachbarn in England einen Besuch ab, um gemeinsam selbstgebackenen Kuchen mit Wein zu verzehren.

Das jüdische Neujahrfest Rosh Hashana, übersetzt ins Deutsche: „Jahresbeginn“, soll zur Umkehr anregen. Damit das neue Jahr möglichst „süß“ wird, werden in Israel zum Neujahrstag süße Äpfel mit Honig sowie Honigkuchen serviert.
Zum Jahreswechsel ist es in der südamerikanischen Republik Kolumbien Tradition, am letzten Tag des Jahres mit einem vollgepackten Koffer durch die Straßen zu ziehen. Dann nämlich soll ihnen einer Saga nach ein Jahr voller Reisen bevorstehen.

Der in der österreichischen Hauptstadt Wien bekannt gewordene „Wiener Walzer“ darf natürlich an Silvester nicht fehlen. Traditionell wird Blei gegossen und im Kreise der Familie oder Freunden Fondue gegessen. Dinge die traditionell im neuen Jahr Glück bringen sind die Kaminkehrer. Vor allem, wenn man einem persönlich begegnet.

Schottland, das Land der Kilts. Kurz nach Mitternacht wandern junge Männer – natürlich mit einem Kilt bekleidet – mit Whisky, Rosinenbrot und einem Stück Kohle bestückt durch die Straßen und klingeln an den Haustüren. Wenn sie ins Haus hinein gebeten werden, bringen sie im kommenden Jahr Glück. Auf den Tischen stehen ebenfall typisch schottische Delikatessen: Schwarze Laibe („Black Bun“) und „Haggis“ (gefüllte Schafsmägen). Dazu gibt’s das Nationalgetränk – Whisky.

Silvester bedeutet für die Schweden auch: die kälteste Jahreszeit. Weihnachten ist ein Familienfest, Silvester hingegen eine einzige große Party mit Freunden. Traditionell stehen Hummer und Austern auf dem Tisch. Dazu gibt es schier unendliche Mengen an Leckereien. Um Mitternacht prostet man seinen Freunden mit einem herzlichen „Skål!“ zu und verjagt mit Feuerwerkskörpern böse Geister aus der Stadt.

Als die „New York Times“ in den USA ihr neues Firmengebäude am Times Square am Silvestertag im Jahre 1904 mit einem Feuerwerk einweihte, ahnte wohl noch keiner, dass genau dieser Ort weiterhin Jahr für Jahr am „New Year’s Eve“ zahlreiche Amerikaner anlockt. Das Essen am Neujahrstag hingegen soll in den USA weniger pompös ausfallen: Einfaches Essen zu Jahresbeginn soll nämlich Wohlstand im ganzen restlichen Jahr bedeuten.